NAP: Unterstützte Projekte

Neben repressiven Massnahmen braucht es auch Möglichkeiten, frühzeitig zu intervenieren, um Radikalisierungen zu erkennen, zu verhindern und eine Reintegration anzustreben. Auf diese Erkenntnis hat die Schweiz mit dem Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus (NAP) reagiert.

Teil der Umsetzung des NAP ist ein Impulsprogramm, mit dem der Bund Projekte von Kantonen, Gemeinden, Städten und der Zivilgesellschaft unterstützt. Er setzt dafür während fünf Jahren fünf Millionen Franken ein.

Das Projekt oder Programm muss bereits zu mindestens 50 Prozent finanziert sein. Die vom Bund geleistete Unterstützung beträgt maximal 50 Prozent der gesamten Ausgaben.

Das Bundesamt für Polizei fedpol unterstützt 2019 die folgenden zehn Projekte, mit denen die Massnahmen des Nationalen Aktionsplans zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus umgesetzt werden:

Zugunsten der Universität Bern wurde ein Betrag von CHF 66'122 zur Unterstützung des CAS Religious Care gesprochen. Der CAS Religious Care ist eine universitäre Weiterbildung in religiöser Begleitung und Seelsorge, konzipiert für Muslime und Vertreterinnen und Vertreter anderer Religionen, die im Asylbereich oder im Gefängnis tätig sind. Der Praxistransfer ist zugleich in intensiven Trainingseinheiten gewährleistet.

Für weitere Informationen: Dr. Claudia Kohli Reichenbach, 031 631 49 71, claudia.kohli@theol.unibe.ch
 

Zugunsten der Universität Luzern wurde ein Beitrag von CHF 98'000 zur Unterstützung der Studie «Salafismus in der deutschsprachigen Schweiz» zugesprochen. Das mehrjährige Projekt erforscht systematisch mit sozialwissenschaftlichen empirischen Methoden das Feld des Salafismus in der deutschsprachigen Schweiz und stellt damit eine wissenschaftliche Grundlage für informiertes politisches und behördliches Handeln im Bereich von Prävention, Ausstieg und Reintegration in Bezug auf islamisch begründeten Extremismus bereit.

Für weitere Informationen: Jürgen Endres, 041 229 56 89, juergen.endres@unilu.ch

Zugunsten der Fachstelle Radikalisierung des Amtes für Erwachsenen- und Kindesschutz der Stadt Bern wurde ein Betrag von CHF 111'100 zur Unterstützung des Projekts "Sensibilisierung und Schulung Schlüsselpersonen der Sportvereine" gesprochen. Die Stadt Bern verzeichnet über 450 Sportvereine. Ausgewähltes Vereinspersonal (Trainer, Betreuer, Verantwortliche) soll sensibilisiert und geschult werden, dass es Radikalisierungstendenzen erkennen und diesen im Idealfall entgegenwirken kann. Insbesondere soll es wissen, an welche Stelle es sich bei Bedarf wenden kann.

Für weitere Informationen: Frau Ester Meier, 031 321 64 08, ester.meier@bern.ch, Fachstelle Radikalisierung
 

Der Kanton Genf erhält einen Betrag in der Höhe von CHF 140'090 für sein 2016 lanciertes sozialpädagogisches Dispositiv. Dieses interveniert auf den drei Präventionsebenen (Risikoreduktion, spezifische Prävention und universelle Prävention) zur Bekämpfung von gewalttätigen religiösen und politischen Radikalisierungen, insbesondere Dschihadismus sowie Rechts- und Linksextremismus. Die zunehmend komplexeren Problemstellungen erfordern zu ihrer Bewältigung mehr Zeit sowie gemeinsame Interventionen von Fachleuten verschiedener Disziplinen (Sozialdienste, Psychologie/Psychiatrie usw.).

Weitere Auskünfte: Herr Nicolas Roguet, 022 546 74 99, nicolas.roguet@etat.ge.ch, www.gardezlelien.ch

Zur Finanzierung des Präventionsteils des Dispositivs wird eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 200'000 gesprochen. Die geplanten Aktivitäten sind vielseitig und betreffen verschiedene Bereiche wie zum Beispiel die Information und Beratung der Bevölkerung durch die Einrichtung einer kostenlosen Helpline, die Stärkung der Instrumente zur Identifikation, Beurteilung und Bewältigung von Risiken, insbesondere in Gefängnissen (Informationsbeschaffung, interdisziplinäre Begutachtung der Insassen), usw..

Weitere Auskünfte: Herr Mehdi Aouda, 021 316 45 16, mehdi.aouda@vd.ch, www.vd.ch/radicalisation
 

Der Verein Tasamouh wird mit einer Finanz¬hilfe in Höhe von CHF 60'000 unterstützt. Dieser ist in der Prävention von religiöser Indoktrination, die zu Gewalt führt, in der Region Biel und Umgebung sowie im Berner Jura aktiv. Durch Prävention, Beratung, Mediation und Information will der Verein Tasamouh das Risiko von Indoktrination und religiöser Radikalisierung verringern, Diskriminierung bekämpfen und den sozialen und interreligiösen Dialog und das Zusammenleben fördern.

Weitere Auskünfte: Frau Naïma Serroukh, info@tasamouh.ch, www.tasamouh.ch
 

Der 1996 gegründete Kulturverein wird mit einer Finanzhilfe in Höhe von CHF 20'000 unterstützt. Der Verein plant die Aufführung eines Theaterstücks für Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren ab März 2019 in verschiedenen Regionen der Waadt. Der Verein will die wichtigsten Anspruchsgruppen sensibilisieren und informieren. Weitere Ziele des Projekts sind die Veröffentlichung von Artikeln in lokalen und sozialen Medien und die Organisation eines Runden Tisches zum Thema Radikalisierungsprävention.

Weitere Auskünfte: Herr Visar Qusaj, visar.qusaj@gmail.com

Zugunsten der Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Winterthur wurde ein Betrag von CHF 60'000 zur Unterstützung des Projekts "Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Winterthur (FSEG)" gesprochen. Das Projekt umfasst den Betrieb und die Weiterentwicklung von folgenden konkreten Aktivitäten: Betrieb einer Hotline und Beratungsstelle für Fragen zu Radikalisierung und Extremismus, Netzwerktreffen mit allen relevanten Akteuren aus Winterthur, Kerngruppensitzungen, Workshops und Referate zur Wissensvermittlung, Konzeption/Adaption von Modulen für die (ausser)schulische Präventionsarbeit (Modul Netzcourage und Modul Zivilcourage), Unterstützung interessierter Schweizer Städte/Gemeinden im Aufbau und Betrieb von Netzwerken gegen Extremismus und Gewalt.

Für weitere Informationen: Herr Urs Allemann, 052 267 23 23, urs.allemann@win.ch, Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention

Zugunsten vom Verein Permeable wurde ein Betrag von CHF 20'000 zur Unterstützung des Projekts "Andere Geschichten – Wie man mit Neugierde Brücken baut" gesprochen. Andere Geschichten ist ein niederschwelliges Bildungs- und Sensibilisierungsangebot mit Breitenwirkung. Es handelt sich um eine Wanderausstellung im Öffentlichen Raum für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Anderen und Fremden. Die Ausstellung wird partizipativ entwickelt und an zwei verschiedenen Standorten in der Schweiz präsentiert.

Für weitere Informationen: Frau Sonja Koch, skoh@permeable.ch, https://permeable.ch/
 

Zugunsten vom Verein BEGS wurde ein Betrag von CHF 87'300 zur Unterstützung des Projekts "Beratungs- und Anlaufstelle für Extremismus und Gewaltfragen Schweiz" gesprochen. Das Projekt umfasst unter anderem verschiedene Aktivitäten: Anlaufstelle für Fragen zum Ausstieg und Reintegration, Aufbau von online-Streetworking, Weiterentwicklung und Auswertung von RA-PROF und DERA-PROF, Kooperation mit muslimischen Dachverbänden zur Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen sowie die Erarbeitung eines Ausstiegprogramms in Kooperation mit Fachexperten.

Für weitere Informationen: Herr Joah Lenzo, joah.lenzo@begs.ch, www.begs.ch
 

nach oben Letzte Änderung 01.04.2019