Veröffentlicht am 9. Juni 2026
Nationale Strategie
Menschenhandel ist eine Straftat, welche die Behörden unabhängig von einer Anzeige von Amtes wegen verfolgen. Situationen von Menschenhandel zu erkennen und solche Straftaten aufzudecken, ist allerdings an sich schon äusserst schwierig. Damit Menschenhandel wirksam bekämpft und die Opfer angemessen betreut werden können, müssen zahlreiche Stellen und Behörden zusammenarbeiten und entsprechend geschultes Personal einsetzen.
Das Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung des Menschenhandels verpflicht die Vertragsstaaten denn auch, die Tätigkeiten ihrer Behörden gegen Menschenhandel zu koordinieren. In der föderalistischen Schweiz liegen die operativen Kompetenzen in den verschiedenen Interventionsbereichen mehrheitlich bei den Kantonen. Aus diesem Grund braucht es eine Koordinationsstruktur auf kantonaler Ebene.
Die kantonalen runden Tische sollen zu einem effizienten und klaren Vorgehen gegen Menschenhandel beitragen, indem sie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen betroffenen Stellen und Akteuren fördern, die Verantwortlichkeiten und Prozesse im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen festlegen, die Spezialisierung stärken und in den betroffenen Stellen und Behörden Ansprechpersonen bezeichnen. Die kantonalen runden Tische spielen eine entscheidende Rolle und sind eine unverzichtbare Schnittstelle für die erfolgreiche Umsetzung der nationalen Aktionspläne gegen Menschenhandel.
Im Rahmen der Koordination auf nationaler Ebene beruft fedpol einmal jährlich eine Zusammenkunft aller Verantwortlichen der kantonalen runden Tische ein.
Die Nationale Expertengruppe gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel berät und unterstützt fedpol in der Erfüllung seiner Aufgaben in der Bekämpfung von Menschenhandel – namentlich in den vier Säulen Prävention, Strafverfolgung, Opferschutz und Kooperation – sowie Menschenschmuggel.
Die Expertengruppe ist auf strategischer Ebene dafür verantwortlich, die staatlichen Stellen in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Sie kontrolliert, ob die Aufgaben gemäss den internationalen Übereinkommen und dem nationalen Recht zur Bekämpfung von Menschenhandel und Menschenschmuggel umgesetzt werden.
Die verantwortlichen Stellen von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen (NGO) treffen sich zu regelmässigen Koordinationssitzungen.
Die Ziele der Sitzungen sind:
- der Austausch von relevanten Informationen,
- die Koordinierung von Projekten und Tätigkeiten,
- das Monitoring und die Beurteilung des Vorgehens gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel,
- die Vernetzung der Expertinnen und Experten, und
- die Abgabe von Empfehlungen zuhanden von fedpol.
Um die strategischen Leitlinien zur Bekämpfung des Menschenhandels festzulegen, arbeitet fedpol mit den vielen Akteuren zusammen, die sich für die Bekämpfung von Menschenhandel engagieren. Zu diesen Stakeholdern zählen auch jene aus der Zivilgesellschaft, NGO und Opferhilfeeinrichtungen.
Nach den ersten beiden Nationalen Aktionsplänen gegen Menschenhandel (2012–2014 und 2017–2020) wird derzeit der dritte Nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel (2023–2027) umgesetzt. Seine vier Säulen sind:
- die Verhinderung der Ausbeutung der Arbeitskraft,
- die Stärkung der Strafverfolgung,
- die bessere Unterstützung von Opfern und die Stärkung ihrer Rechte,
- die Aus- und Weiterbildung der beteiligten Akteure.
Aus diesen Handlungsfeldern sind sieben strategische Ziele abgeleitet worden, die mit 44 Aktionen umgesetzt werden.
- Migrationsämter von Bund und Kantonen
- Strafverfolgungsbehörden der Kantone
- Plateforme Traite – Schweizer Plattform gegen Menschenhandel
- FIZ – Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration
- Au Cœur des Grottes
- Kinderschutz Schweiz
- Trafficking.ch
- Teen Challenge
- ASTREE – Association de soutien aux victimes de traite et d'exploitation
- Centre Social Protestant
- ACT212 – Beratungs- und Schulungszentrum Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung
- Antenna Mayday
- Internationale Organisation für Migration (IOM)
- Opferhilfe-Beratungsstellen (OHG)
- Kantonale Opferhilfestelle
- Staatssekretariat für Migration (SEM)
- Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA)
Direktion für Völkerrecht
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit - Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
- Grenzwachtkorps
- Bundesamt für Justiz (BJ)
- Bundesanwaltschaft
Statistiken und Dokumente
- Jährliche Anzahl polizeilich registrierter Straftaten (Tabelle ist auf de/fr/it verfügbar über diesen Link):
Menschenhandel StGB Art. 182: Straftaten, beschuldigte und geschädigte Personen - 2020-2024 | Tabelle - Anzahl Urteile (in Kraft):
Swiss Stats Explorer • Verurteilungen nach Straftat, Strafbehörden (Kantons-, Bundes- oder Militärgerichtsbarkeit), Merkmalen der verurteilten Person (Geschlecht, Alter und Staatsbürgerschaft) und Verurteilungsjahr - Anzahl Opferberatungen (Anzahl beratene Opfer und beratene Drittpersonen):
Opferberatungen nach Straftat - 2000-2024 | Tabelle - Anzahl Entschädigungs- und Genugtuungsfälle:
Entschädigungs- und Genugtuungsfälle nach Straftat - 2000-2024 | Tabelle
- Jährliche Anzahl polizeilich registrierter Straftaten (Tabelle ist auf de/fr/it verfügbar über diesen Link):
Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel 2023–2027
PDF487.12 kB16. Oktober 2023
Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel 2017 - 2020
PDF547.71 kB13. April 2017
Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel 2012 - 2014
PDF163.97 kB16. Oktober 2012
Erster Monitoringbericht zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans (NAP) gegen Menschenhandel 2023-2027
PDF428.25 kB14. Oktober 2025
Evaluation des Nationalen Aktionsplans (NAP) gegen Menschenhandel 2017-2020, 6. August 2021
PDF1.16 MB11. Oktober 2021
Management Response fedpol zur Evaluation des Nationalen Aktionsplans (NAP) gegen Menschenhandel 2017 – 2020, 27. September 2021
PDF243.72 kB11. Oktober 2021
Lage- und Situationsbild Menschenhandel in der Schweiz
PDF323.93 kB15. April 2024
- Rapport du GRETA et commentaires du gouvernement, publiés le 20 juin 2024
Rapport du Groupe d’experts sur la lutte contre la traite des êtres humains du Conseil de l’Europe (GRETA)
(Dieses Dokument ist auf Deutsch nicht verfügbar) - GRETA’s Report and Government’s Comments, published on 20 june 2024
Report of the Council of Europe’s Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings (GRETA)
(Dieses Dokument ist auf Deutsch nicht verfügbar) - Rapport du GRETA et commentaires du gouvernement, publiés le 9 octobre 2019
Rapport du Groupe d’experts sur la lutte contre la traite des êtres humains du Conseil de l’Europe (GRETA)
(Dieses Dokument ist auf Deutsch nicht verfügbar) - GRETA’s Report and Government’s Comments, published 9 October 2019
Report of the Council of Europe’s Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings (GRETA)
(Dieses Dokument ist auf Deutsch nicht verfügbar) - Rapport du GRETA et commentaires du gouvernement, publiés le 14 octobre 2015
Rapport du Groupe d’experts sur la lutte contre la traite des êtres humains du Conseil de l’Europe (GRETA)
(Dieses Dokument ist auf Deutsch nicht verfügbar) - GRETA’s Report and Government’s Comments, published 14 October 2015
Report of the Council of Europe’s Group of Experts on Action against Trafficking in Human Beings (GRETA)
(Dieses Dokument ist auf Deutsch nicht verfügbar)
- Rapport du GRETA et commentaires du gouvernement, publiés le 20 juin 2024