Direktionsbereich Internationale Polizeikooperation

Aufgaben

Der Direktionsbereich Internationale Polizeikooperation (IPK) nimmt sicherheitspolizeiliche und unterstützende polizeiliche Aufgaben wahr und wird von Olivier Pecorini geleitet.

Einsatzzentrale. Die Einsatzzentrale fedpol (EZ fedpol) ist die Kontaktstelle für die in- und ausländischen Partnerorganisationen und Single Point of Contact für alle kriminalpolizeilichen Meldungen von INTERPOL, Europol und Schengen. Das der Einsatzzentrale angegliederte SIRENE-Büro ist nationale Kontaktstelle für alle Fahndungen via das Schengener Informationssystem.

Die EZ fedpol leitet in dringenden Fällen operationelle Massnahmen ein, insbesondere bei grenzüberschreitenden Observationen oder anderen polizeilichen Operationen. Zudem ist sie Alarmierungsstelle für den Sonderstab Geiselnahme und Erpressung (SOGE) und für weitere Bundesbehörden und stellt einen 24-Stunden-Betrieb sicher.

Das ebenfalls der EZ zugeteilte Krisenmanagement ist die Zentralstelle von fedpol für die Bewältigung polizeilicher Krisensituationen mit Auslandbezug ausserhalb eines SOGE-Falles. Zudem setzt das Krisenmanagement die geplanten Notfallplanungen für fedpol in enger Zusammenarbeit mit den anderen Direktionsbereichen durch.

Die EZ fedpol fungiert gleichzeitig auch als schweizerische Zentralstelle im Rahmen des nationalen Entführungsalarmsystems: Sie empfängt die Alarmmeldungen der Kantonspolizeien und übermittelt die Meldungen im Ereignisfall an die diverse Konventionspartner wie TV, Radio, SBB, Flughäfen, ASTRA und Depeschenagentur. Gleichzeitig nimmt das Call Center unter der Leitung der EZ fedpol den operativen Betrieb auf (Aufschaltung und Betrieb einer Hotline für allfällige Hinweise aus der Bevölkerung).

Operationelle Zusammenarbeit. Der Direktionsbereich IPK nimmt operationelle Aspekte der internationalen Polizeizusammenarbeit wahr. Er bereitet die bei der EZ fedpol eingehenden Meldungen auf, weist sie den zuständigen Strafverfolgungsbehörden des Bundes oder der Kantone zu oder bearbeitet sie in eigener Kompetenz. Grenzüberschreitende Anfragen in Zusammenhang mit der Identifizierung von Personen und Spuren werden mittels Fingerabdrücken, DNA und weiterem erkennungsdienstlichem Material bearbeitet.

Zu den operationellen Aspekten gehört auch der Einsatz der Polizeiattachés, die fedpol im Ausland stationiert und die alle Interessen der schweizerischen Strafverfolgungsbehörden im betreffenden Staat wahrnehmen.

IPK ist weiter zuständig für die Polizeikooperationszentren in Genf und Chiasso, die die Zusammenarbeit mit Frankreich und Italien im Polizei- und Zollbereich erleichtern, sowie für die Zusammenarbeit mit Europol und für die operative Umsetzung internationaler Polizeiverträge.

Verantwortlich ist der Direktionsbereich schliesslich auch für die Koordination der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Strassenverkehrsdelikten (Erhebung von Halterdaten, Vollzug von Verkehrsbussen).

Strategische Zusammenarbeit. Die von IPK wahrgenommenen strategischen Aspekte der internationalen Polizeizusammenarbeit umfassen die Kooperation mit der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation INTERPOL, die bilaterale Zusammenarbeit mit andern Ländern, die multilaterale Kooperation im Rahmen von internationalen Organisationen (wie UNO, Europarat, Railpol) sowie die polizeiliche Zusammenarbeit mit der EU im Allgemeinen und im Rahmen von Schengen im Besonderen.

IPK ist für die Vertretung der Schweiz an der Mitteleuropäischen Polizeiakademie zuständig.

nach oben Letzte Änderung 09.01.2017