Fragen und Antworten

Waffen

Nachfolgend aufgeführte Gegenstände stellen Waffen dar. Sie sind entsprechend ihrem Gefährdungspotenzial in die drei Kategorien „meldepflichtig“, „bewilligungspflichtig“ und „verboten“ eingeteilt:

„Meldepflichtige Waffen“ sind:

  • Jagd- und Sportwaffen
  • Druckluft- und C02-Waffen ab einer gewissen Mündungsenergie (7,5 Joule) oder wenn die Gefahr einer Verwechslung mit einer Feuerwaffe besteht.
  • Imitations-, Schreckschuss- und ebenfalls Soft-Air-Waffen, wenn Verwechselbarkeit mit Feuerwaffen besteht.

„Bewilligungspflichtige Waffen sind“:

  • Feuerwaffen, mit denen durch Treibladung Geschosse abgegeben werden können wie etwa Pistolen, 
  • Schlagstöcke, 
  • Sprayprodukte mit gewissen Reizstoffen, die die Gesundheit auf Dauer schädigen.

„Verbotene Waffen“ sind:

  • Seriefeuerwaffen und zu halbautomatischen Feuerwaffen umgebaute Seriefeuerwaffen (mit Ausnahme der abgeänderten Ordonnanz-Seriefeuerwaffen),
  • gewisse Messer (z.B. Schmetterlingsmesser),
  • gewisse Elektroschockgerät,
  • Waffen, die einen Gebrauchsgegenstand vortäuschen.

 

Nein, der Pfefferspray ist keine Waffe nach schweizerischem Waffenrecht. Er kann somit in der Schweiz frei gekauft und in die Schweiz eingeführt werden.

 

Nein. Je nach Anlass, bei dem der Baseballschläger mitgeführt wird, kann er aber als "gefährlicher Gegenstand" gelten. "Gefährliche Gegenstände" wie Werkzeuge, Haushalt- und Sportgeräte eignen sich zur Bedrohung oder Verletzung von Menschen. Erscheint bei einem konkreten Anlass das Mitführen des "gefährlichen Gegenstandes" sachlich als nicht nachvollziehbar und nimmt die Polizei an, dass der Gegenstand missbräuchlich eingesetzt werden soll, kann ihn die Polizei beschlagnahmen.

Die Person, die eine Waffe erwerben will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und darf nicht entmündigt sein. Ferner darf sie nicht zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder Dritte mit der Waffe gefährdet. Dies wird beispielsweise dann angenommen, wenn jemand an einer Suchtkrankheit leidet oder bereits jemanden mit einer Waffe bedroht hat. Weiter darf die Person, die eine Waffe erwerben will, nicht wegen gewalttätiger oder gemeingefährlicher Handlung (beispielsweise Vorstrafen wegen vorsätzlicher Körperverletzung) oder wegen mehrfacher Einträge im Strafregister, bei denen das Strafmass nicht nur Busse beträgt, im Strafregister eingetragen sein.

  • Staatsangehörigen aus folgenden Staaten ist der Erwerb von Waffen grundsätzlich verboten: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien,Türkei, Sri Lanka, Algerien und Albanien.
  • Für ausländische Staatsangehörige ist es wesentlich, ob sie in der Schweiz eine Niederlassungsbewilligung besitzen und aus welchen Staaten sie stammen. Für Personen, die eine Niederlassungsbewilligung besitzen und nicht aus jenen Staaten stammen, die unter dem ersten Punkt aufgeführt sind, gelten die gleichen Erwerbsvoraussetzungen wie für Schweizer.
  • Ausländer, die keine Niederlassungsbewilligung besitzen, benötigen auch für den Erwerb von Jagd- und Sportwaffen, die grundsätzlich von der Waffenerwerbsscheinpflicht befreit sind, einen Waffenerwerbsschein. Zusätzlich benötigen sie eine amtliche Bestätigung des Heimat- bzw. Wohnsitzstaates (wenn der Wohnsitz im Ausland ist), die bestätigt, dass sie dort zum Erwerb des betreffenden Gegenstandes berechtigt sind.

Soll eine Jagd- und Sportwaffe, die nicht der Waffenerwerbsscheinpflicht unterliegt, erworben werden und sind nach Meinung des Gesuchstellers die allgemeinen Voraussetzungen für den Erwerb erfüllt, so ist das Formular "schriftlicher Vertrag" auszufüllen. Der schriftliche Vertrag ist vom Erwerber und dem Veräusserer während mindestens 10 Jahren aufzubewahren. Die übertragende Person hat eine Kopie davon ans kantonale Waffenbüro zu schicken.

Soll eine bewilligungspflichtige Waffe (bspw. eine Pistole) erworben werden, ist das Gesuch für einen Waffenerwerbsschein auszufüllen und mit den darin aufgeführten Beilagen beim zuständigen kantonalen Waffenbüro einzureichen. In der Folge erhält die Gesuchstellende Person den Waffenerwerbsschein, mit dem sie die betreffende Waffe erwerben kann.

Soll eine verbotene Waffe, zum Beispiel eine Seriefeuerwaffe, erworben werden, ist eine kantonale Ausnahmebewilligung des Waffenbüros im Wohnsitzkanton erforderlich. Nur wenn „achtenswerte Gründe“ wie bspw. berufliche Erfordernisse vorliegen, wird eine entsprechende kantonale Ausnahmebewilligung erteilt.

Wurde eine Jagd- und Sportwaffe erworben, sind die Personalien der übertragenden und der erwerbenden Person sowie Angaben zur Waffe ans kantonale Waffenbüro am Wohnsitz der erwerbenden Person zu melden.

Werden bewilligungspflichtige Waffen, zum Beispiel Pistolen geerbt, muss die erwerbende Person innerhalb von sechs Monaten beim Waffenbüro im Wohnsitzkanton einen Waffenerwerbsschein beantragen.

Für die Übernahme einer verbotenen Waffe ist innerhalb von sechs Monaten beim Waffenbüro im Wohnsitzkanton eine kantonale Ausnahmebewilligung zu beantragen.

Ja, das kantonale Waffenbüro im Wohnsitzkanton der erwerbenden Person erfasst unabhängig davon, wo in der Schweiz die Waffe erworben wird, die Personalien der übertragenden und der erwerbenden Person sowie Angaben zur Waffe im kantonalen Informationssystem. Soll eine sogenannt verbotene Waffe, beispielsweise eine Seriefeuerwaffe, erworben werden, erteilt das Waffenbüro am Wohnsitzkanton vorgängig eine Ausnahmebewilligung. Ebenfalls vorgängig erteilt es den Waffenerwerbsschein, der zum Erwerb von bewilligungspflichtigen Waffen wie Pistolen berechtigt. Dem kantonalen Waffenbüro sind nach dem erfolgten Erwerb auch meldepflichtige Waffen wie Jagd- und Sportwaffen zu melden.

Auch die Leihe stellt einen Erwerb im Sinne des Gesetzes dar und verlangt deswegen die Einhaltung gewisser administrativer Abläufe. Je nach Art der Waffe ist für die Leihe ein schriftlicher Vertrag (wenn es sich um meldepflichtige Jagd- und Sportwaffen handelt), ein Waffenerwerbsschein (wenn bewilligungspflichtige Waffen wie. Pistolen ausgeliehen werden) oder eine kantonale Ausnahmebewilligung (für verbotene Waffen wie Seriefeuerwaffen) erforderlich.

Eine Waffentragbewilligung benötigt, wer die Waffe an Orten, die öffentlich zugänglich sind (beispielweise auf einer Strasse) tragen will. Nicht als Waffentragen gilt der Transport von Waffen beispielweise zu einer Schiessveranstaltung.

Zusätzlich zu den Erwerbsvoraussetzungen, die die Gesuchstellende Person für den Erhalt einer Waffentragbewilligung erfüllen muss, hat sie glaubhaft zu machen, dass sie eine Waffe benötigt, um sich selbst, andere Personen oder Sachen vor einer tatsächlich drohenden Gefahr zu schützen. Ausserdem muss sie eine Prüfung über den Umgang mit Waffen und die rechtlichen Voraussetzungen des Waffengebrauchs ablegen.

Nein, das Schiessen ausserhalb der behördlich zugelassenen Schiessanlässe und ausserhalb von Schiessplätzen ist verboten, um Unbeteiligte nicht zu gefährden.

 

Für die vorübergehende Ausfuhr von Jagd- und Sportwaffen in einen Schengen-Staat ist ein Europäischer Feuerwaffenpass erforderlich. Dieser kann beim kantonalen Waffenbüro beantragt werden. Das Gesuchsformular, welches auch die dem Gesuch anzufügenden Beilagen erwähnt, findet sich hier.

Entscheidend ist, wohin die Waffe ausgeführt wird. Handelt es sich um einen Schengen-Staat, erfolgt die Ausfuhr mit einer Bewilligung von fedpol, dem sogenannten Begleitschein. Das dafür notwendige Gesuch, das auch die anzufügenden Beilagen erwähnt, ist bei der Zentralstelle Waffen einzurechen.
Wird die Waffe nicht in einen Schengen-Staat ausgeführt, erfolgt die Ausfuhr mittels einer Ausfuhrbewilligung des SECO.

Für die Einfuhr (bzw. das Verbringen) von Waffen in die Schweiz ist eine Bewilligung der Zentralstelle Waffen erforderlich. Das Gesuchsformular, das auch die erforderlichen Beilagen, die dem Gesuch anzufügen sind aufführt, findet sich hier.

Ja, überzählige Waffen können kostenlos bei der Polizei oder einem Logistik-Center oder einer Retablierungsstelle der Logistikbasis der Armee abgegeben werden.

nach oben Letzte Änderung 05.10.2010

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