Teilrevision Waffenrecht: Was ändert, was ändert nicht?

Das Wichtigste in Kürze

Für wen?

Was ändert?

Soldatinnen und Soldaten,

welche die Ordonnanzwaffe bei Dienstende direkt übernehmen wollen

Nichts.

Besitzerinnen und Besitzer von halbautomatischen Waffen mit grossem Magazin,

die schon in einem kantonalen Waffenregister verzeichnet sind

Nichts.

Besitzerinnen und Besitzer von ehemaligen Ordonnanzwaffen,

die direkt von der Armee übernommen wurden

Nichts.

Jägerinnen und Jäger

Nichts.

Jungschützinnen und Jungschützen

Nichts.

Besitzerinnen und Besitzer von halbautomatischen Waffen mit grossem Magazin,

die nicht in einem kantonalen Waffenregister verzeichnet sind

Können Waffe behalten.

Müssen den Besitz aber innerhalb von drei Jahren dem kantonalen Waffenbüro melden.

Mitglieder eines Schützenvereins

Können halbautomatische Waffen mit grossem Magazin weiterhin erwerben.

Müssen künftig aber nach 5 und 10 Jahren nachweisen, dass sie Mitglied eines Schützenvereins sind.

Nicht Mitglied in einem Schützenverein

Können halbautomatische Waffen mit grossem Magazin weiterhin erwerben.

Müssen künftig aber nach 5 und 10 Jahren nachweisen, dass sie regelmässig schiessen.

Sammlerinnen und Sammler

Museen

Können halbautomatische Waffen mit grossem Magazin weiterhin erwerben.

Müssen künftig aber nachweisen, dass sie ihre Waffen sicher aufbewahren und ein Verzeichnis führen.

Waffenhändlerinnen und Waffenhändler

Können Gewerbe weiter betreiben.

Müssen künftig aber dem kantonalen Waffenbüro sämtliche Transaktionen mit Waffen und wesentlichen Bestandteilen innerhalb von 20 Tagen elektronisch melden.

Waffenherstellerinnen und Importeurinnen

Können Gewerbe weiter betreiben.

Müssen künftig aber alle Waffenbestandteile einer Feuerwaffe markieren, auch bei zusammengebauten Feuerwaffen.

Auf einem grossen Tisch links liegen 19 Beispiele von Waffen, die von der Teilrevision des Waffenrechts nicht erfasst sind; auf einem kleinen Tisch rechts liegen die drei Arten von Waffen, die von der Revision erfasst sind.
enlarge_picture Auf dem Tisch links Beispiele von Waffen, für die sich mit der Teilrevision des Waffenrechts nichts ändert; auf dem Tisch rechts Beispiele von Waffen, für die sich mit der Teilrevision etwas ändert. (Foto: fedpol)
  • Halbautomatische Handfeuerwaffen mit einem grossen Magazin (mehr als 10 Patronen);
  • Halbautomatische Faustfeuerwaffen mit grossem Magazin (mehr als 20 Patronen);
  • Halbautomatische Handfeuerwaffen mit Klapp- oder Teleskopschaft, deren Gesamtlänge ohne Funktionseinbusse auf unter 60 cm gekürzt werden kann.

Heute

  1. Wesentliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Eine halbautomatische Waffe ist nach geltendem Recht eine bewilligungspflichtige Waffe, für die ein Waffenerwerbsschein notwendig ist. Die wesentlichen Voraussetzungen für den Erwerb und Besitz von Waffen sind die folgenden (gemäss Art. 8 des Waffengesetzes):
    1. Die Person muss mindestens 18 Jahre alt sein.
    2. Sie darf nicht unter umfassender Beistandschaft stehen oder durch eine vorsorgebeauftragte Person vertreten werden.
    3. Sie darf nicht zur Annahme Anlass geben, dass sie sich selbst oder Dritte mit der Waffe gefährdet.
    4. Sie darf nicht wegen gewalttätiger oder gemeingefährlicher Handlungen oder wegen wiederholt begangener Verbrechen oder Vergehen im Strafregister eingetragen sein.
       
  2. Gesuchsformular für eine Erwerbsbewilligung ausfüllen.
     
  3. Dem Gesuch folgende Dokumente beilegen:
    1. Auszug aus dem schweizerischen Strafregister;
    2. Kopie eines gültigen Passes oder einer gültigen Identitätskarte;
       
  4. Vollständige Unterlagen an das kantonale Waffenbüro des Wohnkantons senden.

In Zukunft

Mit der Teilrevision werden namentlich halbautomatische Waffen mit einem grossen Magazin der Kategorie der "verbotenen" Waffen zugeordnet. Das heisst aber nicht, dass solche Waffen nicht mehr erworben oder im Schiesssport eingesetzt werden können. Es bedeutet lediglich, dass statt eines Waffenerwerbsscheines eine Ausnahmebewilligung nötig ist (anderes Formular).

Ausnahmebewilligungen werden heute schon für Waffen aus der Kategorie der "verbotenen" Waffen ausgestellt. Die Voraussetzungen für eine solche Ausnahmebewilligung werden nicht verschärft.

Allerdings gibt es administrative Änderungen:

  • Wer eine solche Waffe erwerben will, muss den Erwerbsgrund angeben: z.B. "Sportliches Schiessen" oder "Sammlung".
  • Wer "sportlich schiesst", muss nach 5 und 10 Jahren nachweisen, dass er Mitglied eines Vereins ist oder regelmässig schiesst.
  • Wer eine Sammlung führt, muss darlegen, wie er die sichere Aufbewahrung der Waffen garantiert und ein Verzeichnis dieser Waffen führen.

 
 

nach oben Letzte Änderung 13.02.2019