DNA-Analyse

Verwendung der DNA-Analyse heute

Die DNA-Analyse gehört bei der Strafverfolgung bereits seit vielen Jahren zur täglichen Arbeit. DNA-Profile können auf zwei Arten erstellt werden:

  • DNA-Material wird unmittelbar an einer Person abgenommen, etwa an Beschuldigten, an Opfern oder an Verstorbenen (z.B. durch einen Wangenschleimhautabstrich).
  • Das DNA-Profil wird anhand der am Tatort sichergestellten Spuren angefertigt (z.B. ein Haar, ein Hautstück, Blut, Sperma oder Speichel).

Die DNA-Profile werden in der nationalen Datenbank CODIS gespeichert. So kann ein DNA-Profil von einem Tatort mit den in der Datenbank gespeicherten DNA-Profilen abgeglichen werden. Ergibt dieser Abgleich eine Übereinstimmung, einen sogenannten Treffer, kann das zweierlei bedeuten:

  • Übereinstimmung zwischen Spur und Spur (Spur-Spur-Treffer):
    Die Tatortspur stimmt mit einer bereits in der Datenbank gespeicherten Spur überein, konnte aber noch keiner Person zugeordnet werden.
  • Übereinstimmung zwischen Spur und Person (Spur-Person-Treffer):
    Die Tatortspur stimmt mit einer Person überein, die in der Datenbank verzeichnet ist. Die Tatortspur kann somit der Person zugeordnet werden, von der die DNA stammt, und die Polizei kann sie vernehmen, um zu klären, was für eine Rolle sie in einem Fall spielt.

Ein DNA-Profil darf nur erstellt werden, um Straftaten zu klären und um verstorbene oder vermisste Personen zu identifizieren. Um ein DNA-Profil zu erstellen, bedarf es deshalb der Anordnung durch eine Staatsanwaltschaft oder ein Gericht.

Aus der DNA darf lediglich das Geschlecht eines Menschen herausgelesen werden. Dies ist das einzige äusserliche Merkmal, das die Strafverfolgungsbehörden bestimmen dürfen.

Bei einer durch Europol koordinierten Aktion werden europaweit Personen identifiziert, die kinderpornografisches Material angeschaut und verbreitet haben, darunter zahlreiche Schweizer in 14 Kantonen.

Die Ermittlerin von fedpol, die all diese Daten analysiert, schöpft während eines Chatverlaufs Verdacht. Die Art und Weise wie sich ein Mann ausdrückt, lässt sie vermuten, dass er sich nicht auf das Chatten beschränkt, sondern bereits Kinder getroffen hat. Die Person ist der Polizei bisher aber nicht bekannt.

Die Ermittlerin teilt ihren Verdacht der zuständigen Kantonspolizei mit. Diese ordnet eine DNA-Entnahme und eine Analyse der DNA des Mannes an. Das Ergebnis stützt die Vermutung der Ermittlerin: Die DNA des Mannes findet sich bei einem bisher ungelösten Fall, bei dem eine Minderjährige vergewaltigt worden ist. Der Fall liegt mehr als zehn Jahre zurück. Die weiteren Ermittlungen führen zu elf weiteren Sexualdelikten, darunter sechs Beziehungen zu Minderjährigen und zwei Fälle von sexueller Nötigung Minderjähriger. Ebenso passt die Spur zu einem Vergewaltigungsfall sowie zwei Fällen von sexueller Nötigung Erwachsener.

Dezember 2008, in der Nähe von Lausanne: Zwei junge Männer brechen in die Villa eines älteren Ehepaars ein. Als sie vom Hausbesitzer und dessen Ehefrau überrascht werden, prügeln die beiden Täter den älteren Mann vor den Augen seiner Frau zu Boden. Er erliegt wenig später noch am Tatort seinen schweren Verletzungen.

Am Tatort findet die Polizei einen einzelnen Mantelknopf. Das daraus erstellte DNA-Profil kann einem Mann zugeschrieben werden und stimmt mit einem DNA-Profil in der CODIS-Datenbank – einige Jahre zuvor wegen Diebstahl und Einbruch erfasst – überein. Dank des Treffers in der Datenbank gelangen die Ermittler schliesslich zu den beiden Tätern.

2011 wurde in Basel ein Uhren- und Bijouteriegeschäft von zwei Männern überfallen. Einer der Täter war bewaffnet und bedrohte die Angestellten, sein Komplize fesselte das Personal. Sie erbeuteten Schmuck und Uhren im Wert von mehreren zehntausend Franken. Trotz einer sofortigen Fahndung konnten sie flüchten.

2014 wurde auch in Basel in einem Mehrfamilienhaus ein 85-jähriger Rentner von zwei Unbekannten in seiner Wohnung überfallen. Das Opfer wurde gefesselt, war zeitweise ohnmächtig und erlitt diverse Verletzungen. Die Täter raubten Geld und konnten unerkannt flüchten.

2015 konnten die beiden mutmasslichen Täter des Überfalls auf die Bijouterie dank eines DNA-Treffers festgenommen werden. Die Analyse der an beiden Tatorten sichergestellten DNA zeigte, dass es sich in beiden Fällen um dieselben Täter handelt.

Bei einem dritten Einbruch wird einer der beiden Täter festgenommen. Sein DNA-Profil wird mit den Profilen in der DNA-Datenbank abgeglichen: Es stimmt mit den zwei DNA-Spuren überein, die am Tatort der ersten zwei Einbrüche sichergestellt worden sind. Der Verdächtige kann so der Tat überführt werden. Die Ermittlungen werden fortgesetzt und der zweite Einbrecher festgenommen.

Rechtliche Grundlagen

nach oben Letzte Änderung 29.08.2019