Bussen aus dem Ausland

Bussen von ausländischen Behörden sollten bezahlt werden, denn bei Nichtbezahlung müssen in der Schweiz wohnhafte Lenker mit Massnahmen rechnen. Etwa mit dem Eintrag ins Fahndungssystem, mit einer Einreiseverweigerung oder hohen Mahngebühren. Bei einem weiteren Aufenthalt im entsprechenden Land, kann das Fahrzeug bis zur Bezahlung der Busse beschlagnahmt werden. Möglich ist auch eine ein- oder mehrtägige Haft.
Im Ausland beauftragen Gemeinden auch private Firmen, auf öffentlichem Grund Parkbussen einzufordern. Diese gelten als privatrechtliche Forderungen und können deshalb von Schweizer Inkassobüros eingetrieben werden.

Sollten Sie an der Echtheit der aus dem Ausland zugeschickten Rechnung zweifeln, wenden Sie sich an die offizielle Adresse der betreffenden ausländischen Polizei. Oder, je nach Absender, an die entsprechende Gemeinde, Stadtverwaltung oder an die mit der Bussenverteilung beauftragte Institution.

Die Massnahmen bei Nichtbezahlung einer Rechnung variieren von Land zu Land. Mit den zur Schweiz angrenzenden Staaten und Holland gilt Folgendes:

Italien

Bussen aus Italien sollten fristgerecht bezahlt werden, denn Italien verhängt sehr hohe Mahngebühren.
Es gibt kein Abkommen zwischen Italien und der Schweiz, das die Handhabung von Bussen regelt. Einige italienische Gemeinden (Mailand, Florenz u.a.) haben das Busseninkasso deshalb privaten Firmen übertragen. Eine Einsprache kann nur schriftlich und in Italienisch eingelegt werden. 
E.M.O. European Municipality Outsourcing

Frankreich

Die Schweiz und Frankreich haben ein Abkommen unterzeichnet, das die Gesetzgebung des Strassenverkehrs umfasst. Beispielsweise Widerhandlungen wie das Überschreiten der zulässigen Parkzeit oder die Höchstgeschwindigkeit.
Beide Länder leisten Vollstreckungshilfe, wenn eine solche ersucht wird. Das heisst, die Busse aus Frankreich wird von Schweizer Behörden eingetrieben und umgekehrt. Der automatische elektronische Datenaustausch erfolgt über das European Car and Driving Licence Information System (EUCARIS).

Deutschland

Mit Deutschland hat die Schweiz einen Polizeivertrag abgeschlossen, der die Gesetzgebung des Strassenverkehrs umfasst. Daten über das Fahrzeug und den Lenker werden auf Ersuchen automatisch gegenseitig übermittelt, unabhängig von der Höhe der Busse.

Österreich/Fürstentum Liechtenstein

Der neue trilaterale Vertrag beinhaltet detaillierte Regelungen für die Verfolgung von Strassenverkehrsbussen. Auf Ersuchen wird die automatische Übermittlung von Fahrzeug- und Halterdaten künftig möglich sein, sobald die technischen Vorbereitungen dafür eingerichtet werden konnten. Die Bussen sind nunmehr auch vollstreckbar. 

Niederlande

Niederländische Bussen sollten fristgerecht bezahlt werden, da Mahngebühren anfallen und bei Nichtbezahlen die Niederländische Fahndungsliste droht.
Beide Länder können Bussen wegen Zuwiderhandeln von Vorschriften im Strassenverkehr direkt zustellen; auf Ersuchen um Ermittlung von Fahrzeughaltern geben die jeweilige Kantonspolizei und der Dienst Wegverkeer (RDW) in Zoetermeer einander gegenseitig Auskunft.  

   


In der Schweiz werden ausländische Lenker, deren Bussen nicht bezahlt und in Haft umgewandelt wurden, im schweizerischen Fahndungssystem (RIPOL) ausgeschrieben. Die Massnahme gilt im Zeitraum von bis zu drei Jahren. 

nach oben Letzte Änderung 13.09.2018