Finanzhilfen für Massnahmen zur Verhütung von Straftaten im Zusammenhang mit Prostitution

Schlagwörter: Kriminalprävention

Symbolbild Prostitution, zwei Frauen in einem Etabilssement
(Foto: Keystone / Andras D. Hajdu)

Personen, die in der Prostitution tätig sind, erleben oft Zwang und Gewalt. Besonders gefährdet sind junge Migrantinnen, die ihre Rechte nicht kennen. Freier und Betreiber von Etablissements können ihre Notlage leicht ausnutzen.

fedpol kann Massnahmen privater oder öffentlicher Organisationen finanziell unterstützen, welche Personen, die in der Prostitution tätig sind, für Formen der Kriminalität sensibilisieren und ihnen aufzeigen, wie sie sich davor schützen und wo sie Hilfe holen können. Die Organisationen können dafür Projekte vorbereiten und fedpol um finanzielle Unterstützung für deren Durchführung ersuchen.

fedpol finanziert ausschliesslich kriminalpräventive Massnahmen, die dazu beitragen, folgende Straftaten zu verhindern:

  • Ausnützung einer Notlage
  • Förderung der Prostitution
  • strafbare Handlungen gegen Leib und Leben
  • Nötigung
  • Freiheitsberaubung und Entführun 

Gesuche

Möchten Sie ein Gesuch einreichen, dann beachten Sie bitte die unten stehenden Punkte:

  • Ihr Projekt muss bereits zu mindestens 50 Prozent finanziert sein. Die von fedpol geleistete Unterstützung beträgt maximal 50 Prozent der gesamten Ausgaben. 
  • Die Gesuche müssen bestimmten Vorgaben entsprechen (siehe Verordnung, Artikel 4–14).
    Verordnung
  • Richtlinien
  • Budgetbeispiel

Ihr vollständiges Dossier enthält:

  • Gesuchsformular
  • Statuten Ihrer Organisation
  • letzter Geschäftsbericht
  • Budget Ihrer Organisation für das laufende Jahr sowie Budget und Finanzplan für die Folgejahre
  • das für Projekt festgelegte Budget
  • Einzahlungsschein Ihrer Organisation

Senden Sie uns das Dossier sowohl elektronisch (d.h. mit der Funktion "per E-Mail versenden" im Dokument) als per Post (Gesuchformular unterschreiben) zu.

Eingabefrist für das darauffolgende Jahr ist jeweils der 31. Juli.

Unterstützte Projekte 2018

Das Bundesamt für Polizei fedpol unterstützt im Jahr 2018 Projekte zur Verhinderung von Kriminalität im Zusammenhang mit Prostitution folgender Organisationen:

Zugunsten der FIZ wurde eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 30'000.00 gesprochen zur Unterstützung des Projekts „Stark mit Peers“. In sogenannten Peer-to-Peer-Gesprächen sollen vor allem junge und neu in Zürich tätige Prostituierte von erfahrenen Kolleginnen darüber informiert werden, wie sie sich vor Straftaten im Zusammenhang mit Prostitution schützen können. Für weitere Informationen: Chantal Riedo, Tel. 044 436 90 17, www.fiz-info.ch.

Zugunsten des national tätigen Netzwerks wurde eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 58'180.00 gesprochen. Mit diesem Betrag wird die Lancierung einer App für Prostituierte mitfinanziert. Mit der App werden die Frauen für mögliche Formen der Kriminalität ihnen gegenüber sensibilisiert. Zudem können sie sich bei unmittelbaren Bedrohungssituationen direkt über die App bei der Polizei und bei Fachstellen melden. Für weitere Informationen: Marija Jozic, Tel. 058 229 21 65, www.sexwork.ch.

 

Zugunsten von Xenia wurde eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 19'349.00 gewährt. Mit dem Betrag werden Selbstverteidigungs- und Sprachkurse für Prostituierte mitfinanziert. In den Kursen wird das Verhalten in konkreten Bedrohungssituationen eingeübt werden. Durch die vermittelten Sprachkompetenzen soll es den Prostituierten möglich sein, selbstbewusster und klarer mit Kunden zu kommunizieren. Für weitere Informationen: Christa Ammann, Tel. 031 311 97 20, www.xeniabern.ch.   

Zugunsten der beiden Fachstellen wurde eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 40'000.00 gesprochen. Mit dem Betrag werden Sensibilisierungskurse für neu in Genf tätige Prostituierte mitfinanziert. Das 2017 angepasste Genfer Prostitutionsgesetz schreibt neu den Besuch eines solchen Kurses vor. Die Kurse informieren unter anderem über die Rechte und Pflichten der Prostituierten, sensibilisieren über Formen möglicher Gewalt, Missbrauch und Menschenhandel. Für weitere Informationen: www.sosfemmes.ch und www.aspasie.ch.

Zugunsten von Aspasie wurde eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 45'650.00 gesprochen. Mit dem Betrag wird das Projekt „Prévention et lutte contre les violences dans le travail de sex à Genève“ mitfinanziert. Die Prostituierten werden dabei über ihre Rechte und Pflichten informiert und auf mögliche Formen der Gewalt und Ausbeutung sensibilisiert. Ebenso werden Sprachkurse angeboten werden. Für weitere Informationen: Pénélope Giacardy, Tel. 022 732 68 28, www.aspasie.ch.  

Zugunsten von Fleur de Pavé wurde eine Finanzhilfe in der Höhe von CHF 23'125.00 gewährt. Mit dem Betrag werden verschiedene Aktivitäten und Massnahmen mitfinanziert wie zum Beispiel Workshops für Prostituierte zu Themen wie Rechte und Pflichte, Prävention und Erkennen von möglichen gefährlichen Situation, zu ergreifende Massnahmen nach einem Übergriff. Weiter wird ein Flyer erarbeitet, der sich an die Freier richtet. Für weitere Informationen: Silvia Pongelli, Tel. 021 661 31 21, www.fleurdepave.ch.  

Zugunsten der beiden Beratungsstellen im Kanton Tessin wurde ein Betrag von CHF 25'000.00 gesprochen. Mit der Finanzhilfe von fedpol sollen Personen, die Prostitution betreiben, unterstützt werden, um sie vor Ausnutzung einer Notlage, Wucher, physischer und psychischer Gewalt zu schützen. Durch die Beratungen sollen Abhängigkeitsverhältnisse zu Betreibern von Etablissements und zu Wohnungsvermietern verringert und die Unabhängigkeit der Sexarbeitenden gefördert werden. Für weitere Informationen: Vincenza Guarnaccia, Tel. 091 923 80 40, www.zonaprotetta.ch

Rechtliche Grundlagen

Dokumente

nach oben Letzte Änderung 16.05.2018

Kontakt

Hanspeter Dolder Stab
Sektionschef Allgemeine Polizeianalysen, Dokumentation und Sprachdienste
Nussbaumstrasse 29
3003 Bern
T
+41 58 462 12 03
Fax
+41 31 312 25 79
Kontakt