Die Money-Mule-Fallen schnappen nach wie vor zu

Schlagwörter: Geldwäscherei

Informationen, fedpol, 04.12.2018

Die Aussicht auf einen Job und dazu noch leicht verdientes Geld klingt verlockend. Und verführt regelmässig Personen, die so zu Mittätern in Geldwäscherei-Delikten werden. 111 sogenannte «Money Mules» konnten bei der Aktion EMMA4 (4. European Money Mule Aktion) von Europol 2018 in der Schweiz identifiziert werden.

Am Ursprung steht oft ein falsches Jobangebot, mit dem Kriminelle sogenannte Money Mules (Geldesel) zu ködern versuchen. Die Angebote klingen gut – zu gut: Home-Office, hohes Gehalt, flexible Arbeitszeiten. Einzig das Privatkonto müsse man zur Verfügung stellen. Der Schein trügt, er trügt sogar ganz gewaltig. Denn was viele nicht wissen: Sie werden eingesetzt, um Gelder zu waschen.

Die Firmen werden meist eigens für das Ködern von Money Mules erfunden oder gegründet. Es kommt auch vor, dass die Namen von bestehenden, seriösen Firmen missbraucht werden. Wieviel die Money Mules tatsächlich von den kriminellen Absichten wissen, ist schwierig zu sagen. Aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wer sein Konto für die Verschiebung von Geldern zur Verfügung stellt, kann für die Mithilfe zur Geldwäscherei strafrechtlich belangt werden.

10 Kantone – 111 Fälle

Zum vierten Mal fand von September bis November 2018 eine koordinierte Aktion zur Bekämpfung des Phänomens «Money Muling» in ganz Europa statt. 30 Länder nahmen an der Europol-Aktion teil, darunter auch die Schweiz mit 10 kantonalen Polizeikorps (BS, FR, GE, GR, LU, NE, SO, SG, SZ und ZH) und fedpol. Gleichzeitig übernahm fedpol die Koordinationsrolle zwischen Europol und den Kantonen.

Die Zahlen zeigen: Die Money-Mule-Fallen schnappen nach wie vor zu. Insgesamt konnten 111 Geldesel und 10 sogenannte «recruiters», also Kriminelle, die Personen mit falschen Inseraten ködern, dank Ermittlungen der Schweizer Behörden identifiziert werden. Europaweit werden 168 Verhaftungen und 2409 Befragungen durchgeführt.

Seien Sie misstrauisch!

Vom 4. – 9. Dezember 2018 findet eine nationale Präventionskampagne statt. Unter dem Titel und Hashtag #dontbeaMule sensibilisieren kantonale Behörden und fedpol die Öffentlichkeit auf die Vorgehensweisen von Tätern und die Gefahren, zum Finanzagent zu werden. Werden Sie nicht zum Geldwäscher:

  • Seriöse Arbeitgeber laden Sie in der Regel immer zu einem Vorstellungsgespräch ein.
  • Seriöse Arbeitgeber verlangen nicht, dass Sie ihr Privatkonto für den Zahlungsverkehr des Geschäfts zur Verfügung stellen.
  • Falls Sie einen Firmennamen bereits kennen: Fragen Sie nach, ob das Job-Angebot wirklich besteht.

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nach oben Letzte Änderung 04.12.2018