Bern: 4. internationale Tagung der Arbeitsgruppe Projekt "Pink Panther"

Medienmitteilungen, fedpol, 11.02.2010

Bern. Zum ersten Mal hat in Bern vom 9. bis zum 11. Februar 2010 die internationale Arbeitsgruppe Projekt "Pink Panther" getagt. Das alljährliche Treffen fand zum vierten Mal statt und dient dem Erfahrungsaustausch bei der Bekämpfung von Raubüberfällen auf Bijouterien und Juweliergeschäfte durch die "Pink Panther"-Bande. Der Einladung von INTERPOL und des Bundesamtes für Polizei (fedpol) sind Polizeiexperten aus mehreren Ländern und diversen Kantonen gefolgt.

Die Arbeitsgruppe Projekt "Pink Panther" wurde 2007 durch das INTERPOL-Generalsekretariat in Lyon/F ins Leben gerufen. Der Auslöser dafür waren zahlreiche Raubüberfälle auf Bijouterien und Juweliergeschäfte. An der Vorgehensweise der sogenannten "Pink Panther"-Bande hat sich bis heute nichts geändert: Die Mitglieder gehen bei ihren Überfällen sehr raffiniert vor und konzentrieren sich überwiegend auf den Diebstahl von teuren Uhren, Edelsteinen und Schmuck. Die Arbeitsgruppentagung, welche INTERPOL bereits zum 4. Mal organisiert hat, dient in erster Linie dem vertieften Informationsaustausch unter Experten.

Grosser Aktionsradius

Gemäss INTERPOL-Schätzungen besteht die "Pink-Panther"-Bande aus ungefähr 200 Personen, aufgeteilt in kleinere Gruppen. Ihr Aktionsradius reicht von ganz Europa über die VAE bis nach Japan. Bei der Täterschaft handelt es sich grösstenteils um Angehörige von Balkanstaaten.

Die Bundeskriminalpolizei (BKP) im Bundesamt für Polizei koordiniert seit mehreren Jahren den kriminalpolizeilichen Informationsaustausch mit den in- und ausländischen Stellen, da die Täter in mehreren Ländern für gleichgelagerte Delikte verantwortlich gemacht werden. Die Zusammenarbeit mit allen betroffenen Polizeidienststellen ist sehr eng. Die Federführung der einzelnen Verfahren liegt jedoch in der Kompetenz der Kantone. Die BKP wird bei der Koordination auf nationaler Ebene im Bereich Analyse insbesondere von der Kantonspolizei Neuenburg unterstützt.

Gefährliche Gruppierung

Die "Pink Panther" gelten als gefährlich, sie sind bewaffnet und gewalttätig. Zu Schussabgaben kam es bei den bisher bekannten Fällen nicht. Körpergewalt hingegen wurde auch schon angewendet. In der Schweiz ereigneten sich seit Herbst 2008 zirka acht bis zehn Überfälle, welche teilweise dieser Gruppierung zugeordnet werden können. Gleichzeitig sind jedoch bereits einige Nachahmungstäter aktiv.

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