Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement

Technische Anpassung bei der Fingerabdruck-Erfassung für E-Pässe

Medienmitteilungen, Der Bundesrat, 31.08.2011

Bern. In der Schweiz wird die Erfassung von Fingerabdrücken bei E-Pässen analog zum Schengenraum angepasst. Der Bundesrat hat heute einer entsprechenden Änderung im Rahmen des Schengen-Assoziierungsabkommens mit der EU zugestimmt. Das Verschlüsselungsverfahren wird weiter verbessert. Zudem werden die Vorschriften zur Erfassung von Fingerabdrücken angepasst. Für die Bürgerinnen und Bürger der Schweiz haben die rein technischen Anpassungen keine Änderungen zur Folge.

Die Anpassung legt fest, dass das heute verwendete Verschlüsselungsverfahren BAC (Basis Access Control), welches ein unbemerktes Auslesen der auf dem Pass gespeicherten Daten verhindert und die Datenübertragung zwischen Pass und Lesegerät verschlüsselt, bis Ende 2014 durch das neue Verfahren PACE v2 (Password Authenticated Connection Establishment) ergänzt werden muss. PACE v2 bietet einen weiter verbesserten Schutz durch die Verwendung eines aktualisierten Zugriffsverfahrens.

Zudem ändert auch das Verfahren bei der Erfassung der Fingerabdrücke. Wie bis anhin werden für E-Pässe weiterhin standardmässig die beiden Zeigefinger erfasst. Falls dies mangels Qualität des Abdruckes oder wegen Verletzungen des Fingers oder dem nicht Vorhandensein nicht möglich ist, werden alternativ der Mittelfinger, der Ringfinger oder der Daumen erfasst. Falls auch bei diesen Fingern keine ausreichende Qualität erreicht wird, wurden in der Schweiz bislang zwei Finger der zweiten Hand erfasst.

Mit der neuen Regelung wird weiterhin die Qualität der Fingerabdrücke überprüft. Gleichzeitig bleiben die Ersatzfinger bei mangelnder Qualität dieselben. Neu werden aber bei mangelhafter Qualität aller möglichen Finger einer Hand nicht wie bisher zwei Finger der zweiten Hand erfasst und auf dem Chip gespeichert, sondern es wird der erfasste Finger mit der besten Qualität gespeichert. Dies auch für den Fall, dass dieser die Mindestanforderungen nicht erfüllt. Somit wird neu in jedem Fall ein Finger pro Hand erfasst.

Keine Folgen für Schweizer Bürgerinnen und Bürger
Die Anpassung für Sicherheitsmerkmale und biometrische Daten in Pässen und Reisedokumenten ist eine Weiterentwicklung des Schengen-Besitzstandes und beruht auf einem Beschluss der EU-Kommission. Für Schweizerinnen und Schweizer, die einen E-Pass beantragen, haben diese technischen Anpassungen keine Änderungen zur Folge. Sämtliche bereits ausgestellten E-Pässe bleiben gültig. Gleichzeitig können die Anpassungen in der Schweiz ohne Änderung der formellgesetzlichen Grundlagen umgesetzt werden. Die technische Umsetzung muss gemäss Kommissionsbeschluss bis Ende 2014 erfolgen.

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