Falschgeldstatistik - Mehr Anzeigen, weniger Fälschungen

Medienmitteilungen, fedpol, 12.05.2006

Bern, 12.05.2006. Das Kommissariat Falschgeld der Bundeskriminalpolizei (BKP) hat 2005 mehr Anzeigen aber weniger gefälschte Münzen und Noten bearbeitet. Insgesamt gingen 6'266 Anzeigen von Fi-nanzinstituten, Polizei- und Zollbehörden bei der nationalen Zentralstelle ein. Das sind 34 Anzeigen mehr als im Vorjahr. Sichergestellt wurden 22'405 (2004: 44'455) gefälschte Münzen und Noten in 27 verschiedenen Währungen.

2005 wurden insgesamt 5'793 Franken-Fälschungen beschlagnahmt: 5'697 (2004: 7’938) gefälschte Noten und 96 (2004: 339) falsche Münzen. Das sind 30 Prozent weniger als im Vorjahr. Wertmässig ist der Rückgang allerdings grösser. Die 2005 sichergestellten Franken-Fälschungen haben einen Wert von rund 1,47 Mio. CHF, 2004 waren es noch rund 4,1 Mio.

Die Statistik enthält alle sichergestellten Fälschungen, auch diejenigen, die keinen wirtschaftlichen Schaden verursacht haben. Der zu beziffernde wirtschaftliche Schaden in den letzten 10 Jahren betrug jeweils zwischen CHF 300'000 - 400'000 pro Jahr.

Die meisten Franken-Fälschungen, nämlich 935'800 CHF (2004: 2,3 Mio.), tauchten nach wie vor bei betrügerischen Geldwechseldelikten auf, so genannten Rip-Deals. Hier gelangen vor allem Druckfälschungen von eher schlechter Qualität mit dem Aufdruck „Facsimile“ zum Einsatz.

Daneben wurden im letzten Jahr 3'637 Noten (2004: 4'256) im Wert von rund 388'210 CHF (2004: 630'000) sichergestellt, die mit Tintenstrahldruckern hergestellt wurden. Fälschungen mit Farblaserkopierern hatten bei einer Stückzahl von 303 (2004: 1’322) einen Gegenwert von 142'090 CHF (2004: 1,1Mio CHF).

Einzelne Verfahren, mit anzahlmässig grossen Sicherstellungen von Noten mit hohem Wert, schlagen sich entsprechend in der Statistik nieder. Solche Verfahren gab es 2005 nicht. Damit ist auch der Rückgang an sichergestellten falschen 1000-CHF-Noten zu erklären. 2004 wurden noch 5'576 falsche Tausender beschlagnahmt, 2005 nur noch 186. Bei diesen Fälschungen ist zwar weiterhin eine steigende Qualität festzustellen, jedoch werden nur vereinzelt Sicherheitsmerkmale nachgeahmt.

Weniger Euro-Fälschungen
Seit der Euro in Europa das wichtigste Zahlungsmittel ist, sind in der Schweiz nicht mehr gefälschte US-Dollars sondern vor allem Euro-Fälschungen von Bedeutung. Im vergangenen Jahr tauchten in der Schweiz 8'188 gefälschte Noten im Wert von rund 2,4 Mio. Euro auf. 2004 waren es 14’497 Fälschungen im Wert von 1,9 Mio. Euro. Es handelte sich dabei häufig um im Druckverfahren hergestellte, qualitativ hochwertige Fälschungen. Diese wurden vor allem im Schweizer Notenhandel sichergestellt und stammten vorwiegend aus Frankreich, Italien und Bulgarien.

Das Vorgehen ist wiederholt dasselbe. Die Täterschaft setzt falsche 500-EUR-Noten von guter Qualität in kleinen Einkaufsgeschäften ab. Oft werden damit Leistungen von geringem Gegenwert zu bezahlen versucht. Entsprechende Vorsicht ist also seitens der Empfänger angebracht.

Empfehlungen zum besseren Schutz
Der beste Schutz vor Falschgeld besteht darin, sich mit den Sicherheitsmerkmalen echter Banknoten vertraut zu machen. Dies gilt nicht nur für Schweizer Banknoten sondern auch für den Euro und andere ausländische Währungen. Empfehlungen zum Schutz vor Falschgeld finden sie auf www.fedpol.ch, der Internetseite des Bundesamtes für Polizei. Details zu den Sicherheitsmerkmalen des Euro finden sie auf der Internetseite der Europäischen Zentralbank.

Das Kommissariat Falschgeld er BKP berät und unterstützt Stellen des Bundes und der Kantone im Bereich Falschgeld. Damit leistet die Zentralstelle nicht nur wertvolle Dienste für die Strafverfolgung, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Prävention von Falschgelddelikten. Durch die Sensibilisierung der Bevölkerung für Falschgeld und die entsprechende Verfolgung der Straftäter kann das hohe Vertrauen in die Währung des Schweizer Frankens sichergestellt werden.

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