Dritte Schweizer Mission im Kosovo

Rechtsmediziner-Team unterstützt Ermittlungen des UNO-Tribunals

Medienmitteilungen, fedpol, 19.09.2000

Ein vierköpfiges Schweizer DVI-Team (Disaster Victim Identification) ist heute Dienstag nach Kosovo abgeflogen. Die zwei Rechtsmediziner und zwei Präparatoren werden für das UNO-Kriegsverbrechertribunal weitere Beweise für begangene Kriegsverbrechen sichern und dokumentieren. Es handelt sich um die dritte Schweizer Mission im Kosovo.

Das Team ist in Prizren stationiert und wird in Orahovac, im Südosten Kosovos, arbeiten. Der Einsatz wird rund vier Wochen dauern. In der Leichenhalle von Orahovac werden zentral die Autopsien der sterblichen Überreste aus den Massengräbern in ganz Kosovo durchgeführt. Die Untersuchungen werden im Auftrag der UNO von einem französischen Pathologen geleitet. Im Gegensatz zu früheren Missionen, werden die Schweizer in die Teams der UNO integriert.

Zwei Ermittllungsteams aus der Schweiz hatten bereits im vergangenen Jahr im Kosovo Beweise für begangene Kriegsverbrechen erhoben und gesichert. Mit den Beweisen will das Tribunal die Anklagen gegen den jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic und weitere Personen wegen schwerwiegender Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Mordes und Deportation stützen.

Die 13 Ordner mit den Beweismitteln aus den Schweizer Missionen wurden im Mai dem Internationalen Tribunal zur Verfolgung der Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien übergeben. Anlässlich der Übergabe in Den Haag hatte Chefanklägerin Carla Del Ponte die Schweiz ersucht, die Arbeit des UNO-Tribunals auch in diesem Jahr zu unterstützen.

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