Hanf-Boom hält an - erneut weniger Drogentote
Schweizerische Betäubungsmittelstatistik 1998
Medienmitteilungen, fedpol, 25.03.1999
Auch im vergangenen Jahr waren in der Schweiz alle gängigen Drogen zu niedrigen Preisen und in beträchtlicher Menge erhältlich. Erstmals wurden in grösserem Umfang Cannabisprodukte ins Ausland exportiert. Die Polizei stellte 1998 im Vergleich zum Vorjahr doppelt so viel Heroin und Cannabisprodukte sicher. Die Sicherstellungen von Kokain und Ecstasy gingen hingegen zurück. Die Todesfälle wegen Drogenmissbrauchs nahmen erneut deutlich von 241 auf 210 ab.
Die Anzahl der Drogentoten ging auch im vergangenen Jahr weiter zurück. Dank vermehrten Angeboten im Bereich Therapie und Ueberlebenshilfe sank die Rekordzahl von 419 Todesopfern im Jahr 1992 innert sechs Jahren auf 210 Todesopfer. Die Betäubungsmittelstatistik erfasst allerdings nur die von der Polizei gemeldeten Drogentoten. Gemäss Schätzungen von Suchtfachleuten sterben jedes Jahr weitere rund 300 Drogenkonsumenten an den Folgen von Infektionskrankheiten (Aids, Gelbsucht).
Das in der Schweiz gehandelte und konsumierte Heroin wird weiterhin vorwiegend über die verschiedenen Balkanrouten auf dem Landweg in die Schweiz geschmuggelt. Die Drahtzieher dieser gut organisierten Banden und Familienclans sitzen in der Türkei und in verschiedenen Staaten Ex-Jugoslawiens. Das Heroin wird jedoch vermehrt nicht von Landsleuten, sondern von weniger verdächtigen Westeuropäern transportiert. In der Schweiz wird der Stoff dann vornehmlich von illegal anwesenden Ausländern oder Asylbewerbern aus Ex-Jugoslawien, Libanon und der Dominikanischen Republik an die Süchtigen verkauft. 1998 konnte die Polizei 403 kg Heroin beschlagnahmen, d.h. fast die doppelte Menge im Vergleich zum Vorjahr (209 kg). Umschlagplatz Nummer eins bleibt der Kanton Zürich, wo 242 kg Heroin aus dem Verkehr gezogen wurden (rund 60% der gesamten Sicherstellungen).
Zürich bleibt auch das Eingangstor der Schweiz für das Kokain, das zum grössten Teil aus Lateinamerika eingeflogen wird. Rund zwei Drittel des insgesamt sichergestellten Stoffes (165 kg von 251 kg) wurden im Kanton Zürich beschlagnahmt. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Sicherstellungen um 28% zurück. Kokain ist nicht mehr allein eine Domäne lateinamerikanischer Händlergruppen. Mit der Verteilung an den Zwischen- und Kleinhandel haben auch Gruppierungen aus Ex-Jugoslawien begonnen, die bisher lediglich im Heroinhandel tätig gewesen waren.
Schweiz entwickelt sich zum Hanf-Exportland
Der Anbau von Drogenhanf und der Vertrieb der daraus gewonnenen Drogenhanfprodukte haben weiter zugenommen. Die meisten Hanffelder in der Schweiz dienen der illegalen Betäubungsmittelgewinnung. Gemäss polizeilichen Schätzungen dürften 1998 über 1000 Tonnen Hanf (Trockenmasse) geerntet und daraus über 100 Tonnen Betäubungsmittel (Haschisch und Marihuana) hergestellt worden sein. Vermehrt wurden Geräte für die professionelle Aufzucht von Hanfpflanzen sowie für die Weiterverarbeitung des Hanfs importiert. Erstmals wurden Drogenhanfprodukte in grösserem Umfang ins Ausland exportiert. In der Schweiz läuft der illegale Handel mit Haschisch nach wir vor primär auf der Gasse ab. Marihuana wird zunehmend durch die Hanfläden in Form sog. "Duftkissen" vertrieben und verkauft; heute besteht ein fast lückenloses Netz von rund 135 Hanfläden. Insgesamt wurden 1998 über 14,9 Tonnen Cannabisprodukte (Vorjahr: 7,2 Tonnen) sichergestellt und unschädlich gemacht.
Die Attraktivität von Tanzveranstaltungen wie Raves und Technoparties, an denen Ecstasy konsumiert werden kann, hat abgenommen. Der Stoff wird nach wie vor vorwiegend von spezialisierten jugendlichen Kleindealern angeboten. Die sichergestellte Menge von Ecstasy nahm nach den massiven Zunahmen in den letzten sechs Jahren erstmals ab, und zwar um 15% von 87 676 auf 73 914 Dosen. Die sichergestellten Dosen stammen hauptsächlich aus den Niederlanden.
Mehr Drogenhändler verzeigt
Die Anzahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz stieg im vergangenen Jahr leicht von 45 093 auf 45 723 an. Die Verzeigungen wegen Drogenhandels erhöhten sich um 14% von 3253 auf 3735; 88% der verzeigten Drogenhändler waren Ausländer. Die Verzeigungen wegen Drogenkonsums stiegen insgesamt nur leicht von 36 331 auf 37 107 an. Bei den Anzeigen gegen Erstkonsumenten war eine erhebliche Zuwachsrate von 30% zu verzeichnen, während die Anzeigen gegen Drogenabhängige um 7% sanken.
Das in der Schweiz gehandelte und konsumierte Heroin wird weiterhin vorwiegend über die verschiedenen Balkanrouten auf dem Landweg in die Schweiz geschmuggelt. Die Drahtzieher dieser gut organisierten Banden und Familienclans sitzen in der Türkei und in verschiedenen Staaten Ex-Jugoslawiens. Das Heroin wird jedoch vermehrt nicht von Landsleuten, sondern von weniger verdächtigen Westeuropäern transportiert. In der Schweiz wird der Stoff dann vornehmlich von illegal anwesenden Ausländern oder Asylbewerbern aus Ex-Jugoslawien, Libanon und der Dominikanischen Republik an die Süchtigen verkauft. 1998 konnte die Polizei 403 kg Heroin beschlagnahmen, d.h. fast die doppelte Menge im Vergleich zum Vorjahr (209 kg). Umschlagplatz Nummer eins bleibt der Kanton Zürich, wo 242 kg Heroin aus dem Verkehr gezogen wurden (rund 60% der gesamten Sicherstellungen).
Zürich bleibt auch das Eingangstor der Schweiz für das Kokain, das zum grössten Teil aus Lateinamerika eingeflogen wird. Rund zwei Drittel des insgesamt sichergestellten Stoffes (165 kg von 251 kg) wurden im Kanton Zürich beschlagnahmt. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Sicherstellungen um 28% zurück. Kokain ist nicht mehr allein eine Domäne lateinamerikanischer Händlergruppen. Mit der Verteilung an den Zwischen- und Kleinhandel haben auch Gruppierungen aus Ex-Jugoslawien begonnen, die bisher lediglich im Heroinhandel tätig gewesen waren.
Schweiz entwickelt sich zum Hanf-Exportland
Der Anbau von Drogenhanf und der Vertrieb der daraus gewonnenen Drogenhanfprodukte haben weiter zugenommen. Die meisten Hanffelder in der Schweiz dienen der illegalen Betäubungsmittelgewinnung. Gemäss polizeilichen Schätzungen dürften 1998 über 1000 Tonnen Hanf (Trockenmasse) geerntet und daraus über 100 Tonnen Betäubungsmittel (Haschisch und Marihuana) hergestellt worden sein. Vermehrt wurden Geräte für die professionelle Aufzucht von Hanfpflanzen sowie für die Weiterverarbeitung des Hanfs importiert. Erstmals wurden Drogenhanfprodukte in grösserem Umfang ins Ausland exportiert. In der Schweiz läuft der illegale Handel mit Haschisch nach wir vor primär auf der Gasse ab. Marihuana wird zunehmend durch die Hanfläden in Form sog. "Duftkissen" vertrieben und verkauft; heute besteht ein fast lückenloses Netz von rund 135 Hanfläden. Insgesamt wurden 1998 über 14,9 Tonnen Cannabisprodukte (Vorjahr: 7,2 Tonnen) sichergestellt und unschädlich gemacht.
Die Attraktivität von Tanzveranstaltungen wie Raves und Technoparties, an denen Ecstasy konsumiert werden kann, hat abgenommen. Der Stoff wird nach wie vor vorwiegend von spezialisierten jugendlichen Kleindealern angeboten. Die sichergestellte Menge von Ecstasy nahm nach den massiven Zunahmen in den letzten sechs Jahren erstmals ab, und zwar um 15% von 87 676 auf 73 914 Dosen. Die sichergestellten Dosen stammen hauptsächlich aus den Niederlanden.
Mehr Drogenhändler verzeigt
Die Anzahl der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz stieg im vergangenen Jahr leicht von 45 093 auf 45 723 an. Die Verzeigungen wegen Drogenhandels erhöhten sich um 14% von 3253 auf 3735; 88% der verzeigten Drogenhändler waren Ausländer. Die Verzeigungen wegen Drogenkonsums stiegen insgesamt nur leicht von 36 331 auf 37 107 an. Bei den Anzeigen gegen Erstkonsumenten war eine erhebliche Zuwachsrate von 30% zu verzeichnen, während die Anzeigen gegen Drogenabhängige um 7% sanken.
