Internetauktionen und Escrow-Anbieter

Worum geht es?

Escrow-Unternehmen treten als Mittler und Verwalter von Zahlungen vor allem bei Internetgeschäften und Online-Auktionen auf, wo ein physischer Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer meist nicht herzustellen ist. Sie verwahren dabei Zahlungen von Käufern, bis die erworbene Ware einwandfrei beim Kunden angekommen ist und dieser die Weitergabe der Zahlung an den Verkäufer autorisiert. Bei Disputen über die gelieferte Ware können Escrow-Firmen auch als Vermittler fungieren.

Nicht alle Escrow-Dienste sind indessen seriös. Eine grosse Zahl an betrügerischen Escrow-Diensten leiten die ihnen anvertrauten Gelder nicht an die Verkäufer weiter. Bisweilen arbeiten Betrüger, die in Internetauktionen attraktive Schnäppchen anbieten, mit unseriösen Escrow-Diensten zusammen und mit angeblichen Transportunternehmen (shipping companies), die durch Bargeldübermittlungs-Dienste bezahlt werden.

Wie reagieren?
Achten Sie auf folgenden Punke:

  • Vergewissern Sie sich, dass der von Ihnen gewählte Escrow-Anbieter über eine existierende Adresse und Telefonnummer verfügt. Wechseln Sie die Escrow-Firma, falls Sie bei einem Kontrollanruf nur ein Sprechband mit unzufriedenstellenden Angaben erreichen. 
  • Schicken Sie zur Absicherung eine E-Mail an den Escrow-Dienstleister, um zu sehen, ob dieser Ihnen auch antwortet. 
  • Vermeiden Sie Escrow-Seiten, die auf .org enden. Escrow-Services sind gewinnorientierte Unternehmen, die Endung .org ist aber in der Regel für Non-Profit-Organisationen reserviert. 
  • Vertrauenswürdige Escrow-Anbieter verfügen über ein klar definiertes Bankkonto, auf das Zahlungen überwiesen werden. Vorsicht bei Anbietern, die Sie auffordern, Geld über Bargeldübermittlungs-Dienste wie beispielsweise Western Union oder ähnlichen Systemen zu senden. 

Grundsätzliche Ratschläge des Bundesamts für Polizei:
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Unbekannte an Sie herantreten und ein Geschäft mit ungewöhnlich hohem Gewinn vorschlagen. Vorsicht ist auch geboten, wenn Ihnen jemand Geld geben will, das angeblich für gute Zwecke investiert werden soll. Vorsicht auch bei Kreditvergabe zu branchenunüblichen Zinsen.
  • Senden Sie Unbekannten nie einen Kostenvorschuss oder eine Vermittlungsgebühr. Informieren Sie sich in jedem Fall zuerst bei einer branchenkundigen Stelle über die Seriosität und den Ruf von Personen und Einrichtungen, bevor Sie diesen Geld überweisen.
  • Antworten Sie nicht auf Mitteilungen, die mit Lotteriespielen in Zusammenhang stehen, an denen Sie nicht teilgenommen haben. Reagieren Sie nicht auf Benachrichtigungen oder Mahnungen bezüglich irgendwelcher Artikel, die Sie nicht bestellt haben.
  • Antworten Sie nicht auf Mitteilungen von Personen und Einrichtungen, die Sie nicht kennen. Geben Sie nie Angaben zur Ihrer Person oder über Ihr Bankkonto heraus, die zu Ihrem Nachteil verwendet werden könnten.
  • Lassen Sie sich nicht durch die Umstände unter Druck setzten, dass es angeblich um hohe Summen geht (meistens ist die Rede von mehreren Millionen US-Dollars), dass die Angelegenheit „dringend“ und „vertraulich“ ist oder dass hochrangige Personen des öffentlichen Lebens mit illusteren Titeln involviert sind.
  • Vorsicht wenn Ihnen angeblich versehentlich Geld überwiesen worden ist und man Sie dann bittet, es über ein Geldtransfer-Institut unbekannten Dritten zu überweisen.
  • Wenn Sie den Verdacht hegen, Hinweise auf betrügerische Machenschaften oder Geldwäsche zu haben, wenden Sie sich an die Kriminalpolizei in Ihrem Kanton oder an die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) beim Bundesamt für Polizei.


Aktualisierung: Januar 2012