Bundesamt für Polizei

Sicherheitsmassnahmen

Während gut vier Wochen sind Angehörige der Polizeikorps, des Grenzwachtkorps, der Sanitäts- und Rettungsdienste, der Armee, des Bundesamtes für Polizei sowie von privaten Sicherheitsdiensten rund um die Uhr zu Gunsten der Sicherheit der EURO 2008 im Einsatz gestanden. Damit der drittgrösste Sportanlass der Welt zu dem friedlichen und völkerverbindenden Fussballfest werden konnte, war eine enge Zusammenarbeit all dieser Sicherheitskräfte unabdingbar.

Alle beteiligten Sicherheitskräfte der Austragungsorte, der Kantone und des Bundes waren im so genannten "Teilprojekt Sicherheit UEFA EURO 2008" zusammengeschlossen. Aufgabe dieses Teilprojektes war es, günstige Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort die richtigen Massnahmen getroffen werden können. Für die Umsetzung dieser Massnahmen im öffentlichen Raum waren, entsprechend der föderalistischen Kompetenzenregelung, in erster Linie die Host Citys und die Kantone verantwortlich. Die Organe des Bundes, und damit auch das Bundesamt für Polizei, unterstützten diese im Rahmen ihrer angestammten Aufgaben.

Fedpol war mithin etwa bei der Gewährung völkerrechtlichen Schutzes für offizielle ausländischer Besucherinnen und Besucher und bei der Beschaffung von Informationen über mögliche Gefährdungen des Anlasses engagiert. Es betrieb ein anlassbezogenes Informationssystem, in dem rund 6500 aktenkundige «Gewalttäter Sport» verzeichnet waren, welche andere Staaten gemeldet hatten. 230 Einreiseverbote wurden verhängt.

fedpol hatte auch die Grundlagen für die anlassbezogene polizeiliche Zusammenarbeit mit den Teilnehmer-, Anrainer- und Transitstaaten geschaffen. Neben jener mit Europol wurden dazu insgesamt 15 Absichtserklärungen unterzeichnet. Zudem organisierte auch fedpol die Unterstützung der Polizeikorps von Basel, Zürich und Genf durch Ordnungsdienstkräfte aus Deutschland und Frankreich. Und schliesslich betrieb fedpol das nationale Police Information and Coordination Center (PICC).
Das PICC basierte im Kern auf dem Bundeslagezentrum des Dienstes für Analyse und Prävention (DAP, fedpol). Es wurde temporär durch den Beizug von Experten aus der Bundesverwaltung (SND, MND, NAZ, etc.), den kantonalen Polizeikorps und dem Ausland verstärkt. Das PICC stand unter der Leitung des Chefs DAP.

Das PICC sammelte und analysierte Informationen im Rahmen des Nachrichtenverbundes EURO 2008 und erstellte das integrale Lagebild EURO 2008, auf das sich alle Partner stützen konnten. Das PICC war Single Point of Contact in allen Belangen der polizeilichen Lage, koordinierte die Einsätze der szenekundigen Beamten aus den EURO-Teilnehmerstaaten, betrieb die Elektronische Lagedarstellung (ELD) und stellte den Informationsaustausch mit dem PICC Österreich sicher. Die klassifizierten Lageberichte und ein laufendes Ereignisjournal standen den Adressaten der Politik, der Polizei und der Verwaltung während der EURO 2008 jederzeit auf der ELD zur Verfügung.