Post- und Fernmeldeüberwachung 2011: Weniger Echtzeit-Überwachungen
Medienmitteilungen, EJPD, 06.03.2012
Bern. Der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (Dienst ÜPF) hat 2011 für die Strafverfolgungsbehörden der Schweiz weniger Überwachungen in Echtzeit durchgeführt. Die Zahl nahm gegenüber 2010 um 4 Prozent auf 2'699 ab. Dies ist der Statistik des Dienstes zu entnehmen, die heute veröffentlicht wurde. Die Statistik führt detailliert alle Auskunftserteilungen und Überwachungen auf, die der Dienst 2011 im Auftrag der Strafverfolgungsbehörden umgesetzt hat.
Die aktuelle Statistik des Dienstes ÜPF zeigt, dass die Überwachungen in Echtzeit, also das Mithören von Telefonaten bzw. Mitlesen von E-Mails durch die jeweiligen Strafverfolgungsbehörden, um 4 Prozent auf 2'699 abgenommen haben. Der Dienst setzte derweil mehr rückwirkende Überwachungen um (+ 8% auf 5’758) und erteilte mehr technisch-administrative Auskünfte (+ 22% auf 3’918). Die Zahl der einfachen Auskünfte nahm um 8% auf 175'504 ab (Erklärung der verschiedenen Massnahmen und Auskünfte: siehe unten).
Bei etwa der Hälfte der Fälle ging es um schwere Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Rund ein Fünftel der Anordnungen betrifft qualifizierten Diebstahl. Der Rest betrifft schwere Gewalt- und Sexualdelikte, Mitgliedschaft in kriminellen Organisationen, schwere Vermögensdelikte sowie Menschenhandel. Rund 90 Prozent der Massnahmen werden von den kantonalen Strafverfolgungsbehörden angeordnet, 10 Prozent von jenen des Bundes.
Setzt man die 2‘699 Echtzeit-Überwachungen in Relation zur Gesamtzahl der Delikte gemäss polizeilicher Kriminalstatistik (2010: 656'858), zeigt sich dass die Strafverfolgungsbehörden in weniger als einem halben Prozent der Delikte eine Echtzeit-Überwachung anordnen. Dabei können mehrere Massnahmen auf ein Delikt entfallen, wenn z.B. sowohl das private und das geschäftliche Handy sowie der Festnetzanschluss eines Mordverdächtigen überwacht werden muss.
Zum Verfahren Zu den Massnahmen und Auskünften
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Nils Güggi, Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr, T +41 31 323 36 21, Kontakt
