Bundesamt für Polizei

Meldestelle für Geldwäscherei MROS: Rekordzahl von Verdachtsmeldungen aus dem Bankensektor

Medienmitteilungen, fedpol, 17.04.2007

Bern. Bei der Meldestelle für Geldwäscherei MROS im Bundesamt für Polizei sind 2006 weniger Verdachtsmeldungen eingegangen als im Vorjahr. Die Qualität der Meldungen stieg jedoch deutlich an. Die Anzahl der Verdachtsmeldungen aus dem Bankensektor war 2006 so hoch wie noch nie seit Bestehen der Meldestelle.

Im Berichtsjahr 2006 gingen bei der Meldestelle 619 Verdachtsmeldungen (Vorjahr 729) ein, das sind 15,1 % weniger Meldungen als im Jahr zuvor, wie dem am Dienstag veröffentlichten 9. Jahresbericht der MROS zu entnehmen ist. Der Rückgang steht wie bereits in den Jahren zuvor in direktem Zusammenhang mit den Meldungen aus dem Bereich des Zahlungsverkehrs, die massiv abgenommen haben (- 52,9 %), wobei vor allem der Rückgang der Verdachtsmeldungen aus dem Barzahlungsverkehr ("Money Transmitter") ausschlaggebend war. Der Anteil der Meldungen aus diesem Finanzbereich war mit 26,5 % aber nach wie vor relativ hoch, gleichzeitig nahm auch die Qualität der Meldungen zu. Das zeigt sich in einer höheren Weiterleitungsquote an die Strafverfolgungsbehörde von rund 57 % (Vorjahr rund 45 %). Ausserdem führten nur noch 15 % (Vorjahr 34 %) der weitergeleiteten Fälle zu einem Nichteintretensentscheid.

Die Meldungen aus dem Bankensektor nahmen dagegen um 22,5 % markant zu. Die Banken reichten damit im Jahr 2006 mit 359 so viele Meldungen ein wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 1998. Der Anteil der Meldungen aus dem Bankenbereich am gesamten Meldevolumen betrug 58 %. Die Banken erreichten seit fünf Jahren erstmals wieder den Hauptanteil aller bei der MROS eingegangenen Verdachtsmeldungen. Die Zunahme ist hauptsächlich auf vermehrte Meldungen gemäss Melderecht (Art. 305ter StGB) an die MROS zurückzuführen, aber auch dem gut funktionierenden und auf einem risikoorientierten Ansatz basierenden Überwachungssystem der Compliance Dienste zu verdanken.

Gestiegen ist im Berichtsjahr auch die Gesamtsumme aller gemeldeten Vermögenswerte - und zwar um 19,7 % auf rund CHF 815 Millionen (Vorjahr: rund CHF 681 Millionen). Die Zunahme steht in Zusammenhang mit dem Anstieg der Meldungen aus dem Bankenbereich.

Rund 2 % der Gesamtsumme bzw. rund 1,3 % aller Verdachtsmeldungen standen 2006 in Zusammenhang mit mutmasslicher Terrorismusfinanzierung.
Die Verdachtsmeldungen in diesem Bereich gingen im Berichtsjahr auf acht (Vorjahr 20) zurück. Der grösste Teil der Meldungen bezog sich dabei auf publizierte Namenslisten von Terrorverdächtigen.

Insgesamt verzeichnete die Meldestelle im Jahr 2006 eine hohe Qualität der Meldungen, was sich direkt in der hohen Weiterleitungsquote an die Strafverfolgungsbehörden von rund 82 % widerspiegelt.

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