Bundesamt für Polizei

Geraubte Kulturgüter nach zwölf Jahren wieder in der Schweiz

Medienmitteilungen, fedpol, 25.08.2004

Mehrere Kunstgegenstände, die vor zwölf Jahren aus Kirchen im Kanton Schwyz und Luzern gestohlen wurden, sind am Mittwoch wieder in die Hände ihrer ursprünglichen Besitzer zurückgegeben worden. Möglich wurde die Rückkehr durch die gemeinsamen Bemühungen des Bundesamtes für Polizei mit INTERPOL.

Bei den kirchlichen Kunstgegenständen handelt es sich um zwei Relief-Tafeln aus vergoldetem Holz aus dem 16. Jahrhundert, die Mitte Dezember 1992 aus der Kirche von Bertiswil im luzernischen Rothenburg gestohlen wurden, sowie um zwei Seitenflügel zum Flügelaltar der Totenkapelle Kerchel in Schwyz. Diese wurden Ende Dezember 1992 entwendet. Die Malereien auf den Seitenflügeln stammen vom österreichischen Künstler Hans Bertle (1880-1943) und entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die Schweizer Behörden erhielten im Oktober 2002, rund 10 Jahre nach dem Kirchenraub, Informationen der zuständigen italienischen Polizei, wonach im Rahmen einer Hausdurchsuchung bei einem Kunsthändler in der Region von Ravenna Gegenstände gefunden wurden, die aus der Schweiz stammen könnten. Ein Experte der Bundeskriminalpolizei (BKP) begann daraufhin mit den entsprechenden Abklärungen und Recherchen.

Wenige Monate später stand fest, dass es sich bei den in Italien sichergestellten Objekten um die in der Zentralschweiz gestohlenen Gegenstände handelt. Daraufhin wurden die rechtmässigen Eigentümer - die örtlichen Kirchgemeinden - über den Fund informiert.

In Zusammenarbeit mit den Kantonspolizeien Schwyz und Luzern, sowie einer Spezialeinheit der Carabinieri und INTERPOL in Rom wurde dann die Rückführung der Kulturgüter durch die BKP koordiniert und durchgeführt.

Am Mittwoch nun übergab in Bern Jean-Luc Vez, der Direktor des Bundesamtes für Polizei, die Kunstgegenstände den Kirchgemeinden Rothenburg und Schwyz. Ursula Heinzer-Erni von der römisch-katholischen Kirchgemeinde St. Martin Schwyz und Herbert Bühlmann von der Kirchgemeinde Rothenburg konnten die seit zwölf Jahren vermissten Objekte in ihre Obhut nehmen.

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