Bundesamt für Polizei

11. September führte zu einem Drittel mehr Meldungen wegen Geldwäschereiverdacht

Medienmitteilungen, fedpol, 03.05.2002

Bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) im Bundesamt für Polizei ist die Zahl der eingegangenen Meldungen im letzten Jahr um über 30 Prozent gestiegen. Das bedeutet eine Zunahme von 311 auf 417 Meldungen. Allein 95 Verdachtsmeldungen standen im Zusammenhang mit den Attentaten vom 11. September 2001 in den USA.

Von den 417 Meldungen wurden 380 an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet. Für die Verdachtsmeldungen mit Bezug zum 11. September ist die Bundesanwaltschaft zuständig.

Mehr Meldungen aus dem Parabankenbereich

Im Jahr 2000 kamen rund drei Viertel aller Meldungen aus dem Bankensektor (234 Meldungen). Obwohl 2001 die Zahl der Eingänge von Seiten der Banken ebenfalls gestiegen ist (255 Meldungen), hat sich das Verhältnis zugunsten des Nichtbankensektors verändert.

Rund ein Drittel aller Meldungen stammten 2001 aus dem Nichtbankensektor. Die meisten Verdachtsmeldungen kamen dabei mit 13 Prozent aus dem Zahlungsverkehr, gefolgt von Treuhandunternehmen und Vermögensverwaltungen. Damit beweist dieser Sektor, dass er aktiver gegen die Geldwäscherei vorgehen will.

Mit drei Prozent ist hingegen der Anteil der Meldungen, die von Anwaltskanzleien und Versicherungen kamen, nach wie vor gering.

Die Gesamtsumme im Zusammenhang mit den Verdachtsmeldungen belief sich auf 2,7 Milliarden Franken, im Vorjahr betrug sie 655 Millionen Franken. Die starke Zunahme steht in Verbindung zu fünf Meldungen bezüglich internationaler Fälle mit einer Summe von rund zwei Milliarden Franken.

Die meisten Anzeigen stammten 2001 aus den Kantonen Genf, Zürich und Bern. Mit knapp einem Drittel aller Meldungen lag Genf dabei an der Spitze.

Terrorismus am häufigsten genannt

Als Folge der Attentate in den USA ist der Terrorismus das in den Meldungen wegen Geldwäschereiverdacht am häufigsten angeführte Verbrechen als Vortat. Weitere genannte Deliktsbereiche sind Betrug, Korruption und Veruntreuung.

Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Fälle, in denen Korruption und Geldwäscherei eine Tateinheit bildeten, um mehr als das Doppelte zu. Anders in Fällen von Betrug und Geldwäscherei, wo im Vergleich zum Vorjahr ein Fünftel weniger Meldungen eingingen.

Neue Bundeskompetenzen

Seit Anfang Jahr ist die Effizienzvorlage mit den neuen Bundeskompetenzen bei der Verbrechensbekämpfung in Kraft. Seither weist die MROS Straffälle, die der Bundesgerichtsbarkeit unterstehen, der Bundesanwaltschaft zu.

Die MROS beteiligte sich 2001 an zahlreichen Aktivitäten internationaler Vereinigungen. Sie arbeitete unter anderem aktiv mit bei der Egmont-Gruppe, einem Netzwerk bestehend aus 58 Meldestellen für Geldwäscherei, sowie in der Financial Action Task Force (FATF).

Die FATF hat 2001 damit begonnen, ihre 40 Empfehlungen zur Bekämpfung der Geldwäscherei zu überarbeiten. Acht neue Empfehlungen im Bereich Bekämpfung der Terrorfinanzierung wurden im Oktober 2001 erlassen.