Bundesamt für Polizei

Nigerianische Betrügerbanden unvermindert aktiv

BAP warnt: Schreiben nie beantworten!

Medienmitteilungen, fedpol, 16.09.1999

Das Bundesamt für Polizeiwesen (BAP) warnt erneut vor den kriminellen Aktivitäten der äusserst erfinderischen nigerianischen Betrügerbanden. Die bekannte Schadenssumme beträgt weltweit 40 Millionen USD; die Schweiz ist mit 8,5 Millionen Franken ein stark betroffenes Land. Da es schwierig ist, repressiv gegen die vom Ausland aus operierenden und syndikatsmässig organisierten Banden vorzugehen, will das BAP vermehrt präventiv tätig werden, um weiteren Schaden zu verhindern.

Seit über zehn Jahren verschicken nigerianische Betrüger Briefe an Firmen, Privatpersonen und Behörden. Neuerdings stellen sie ihre verlockenden Angebote auch via Fax und E-Mail zu. Die Betrüger geben sich meistens als Vertreter von Behörden oder staatlichen Gesellschaften aus. Allein in die Schweiz dürften jährlich zwischen 10'000 und 20'000 Betrügerbriefe gelangen. Am weitesten verbreitet sind folgende Betrugsarten:

Anlagebetrug: Den Briefempfängern wird vorgeschlagen, ihr Konto zur Verfügung zu stellen, um darauf kurzfristig riesige Geldsummen zu platzieren. Dem Opfer wird ein Gewinn in Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Zuvor muss das Opfer jedoch verschiedene Vorauszahlungen leisten. Nur das Einkassieren dieser Vorauszahlungen ist das Ziel der Betrüger; das angebotene Geld ist gar nicht vorhanden.

Scheckbetrug: Mit gefälschten Schecks werden Warenlieferungen (Mustersendungen) bestellt. Der Scheck ist erst gegen Vorweisung der Airwaybill/Verschiffungsdokumente einlösbar, d.h. die Ware ist bereits unterwegs nach Nigeria, wenn der Lieferant bemerkt, dass der Scheck wertlos ist.

Testamentarische Scheinerbschaften: Kirchliche oder karitative Organisationen werden als Erben einer grossen Geldsumme bezeichnet. Die Betrüger sind jedoch einzig darauf aus, angebliche Vorauszahlungen für Gebühren einzukassieren.

Geldumwandlungstrick: Mit einer sehr teuren Chemikalie können angeblich schwarze "Geldnoten" gewaschen und in echtes Geld verwandelt werden. Die Verwandlung funktioniert jedoch nur bei der Demonstration.

Schreiben direkt dem BAP zustellen

Ausführlich beschrieben sind diese betrügerischen Machenschaften in einer Informationsbroschüre, die beim BAP (Kriminalpolizeiliche Zentralstellen, Kommissariat Afrika, Nussbaumstrasse 29, 3003 Bern) bestellt oder auf der Website des BAP ("http:/www.admin.ch/bap/" unter der Rubrik "Aktuell") abgerufen werden kann. Wer solche Schreiben per Post, Fax oder E-Mail erhält, soll sie nie beantworten, sondern sofort dem BAP zustellen. Wer neue Geschäftsbeziehungen mit nigerianischen Partnern eingehen will und unsicher ist, ob es sich um seriöse Geschäftspartner oder um Betrüger handelt, kann bei seiner Bank, bei der Schweizerischen Zentrale für Handelsförderung oder bei der Schweizerischen Botschaft in Lagos Erkundigungen einholen.

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Kommunikation und Medien fedpol, T +41 58 463 13 10, Kontakt