Gleichstellung von Frau und Mann

Worum geht es?

Das Bundesgesetz vom 24. März 1995 über die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz, GlG, SR 151.1) ist seit dem 1. Juli 1996 in Kraft. Es soll die Durchsetzung des verfassungsmässigen Rechts auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit (Art. 8 Abs. 3 BV) erleichtern und verbietet Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts im Erwerbsleben generell.

Lohngleichheitsdialog

Anfang März 2009 haben die Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Dachverbände sowie die involvierten Bundesstellen den "Lohngleichheitsdialog" der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Sozialpartner wollten mit dem Lohngleichheitsdialog diskriminierende Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern in Unternehmen in der Schweiz beseitigen. Das auf freiwilliger Basis beruhende Projekt dauerte fünf Jahre und wurde von den betroffenen Bundesstellen unterstützt und begleitet.

Lanciert wurde der "Lohngleichheitsdialog" gemeinsam von den Dachverbänden der Arbeitgebenden (Schweizerischer Arbeitgeberverband, Schweizerischer Gewerbeverband) und Arbeitnehmenden (Schweizerischer Gewerkschaftsbund, Travail.Suisse) sowie vom Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG, vom Bundesamt für Justiz BJ und vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Die Beteiligten hatten im Februar 2009 hierzu eine Trägerschaftsvereinbarung unterzeichnet. Darin verpflichteten sich die Verbände, aktiv Einfluss zu nehmen, die diskriminierenden Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern möglichst rasch zu beseitigen, indem die Unternehmen motiviert werden sollten, ihre Löhne freiwillig zu überprüfen und Massnahmen gegen allfällige Diskriminierungen zu treffen.

Auslöser für den Lohngleichheitsdialog war die Evaluation des Gleichstellungsgesetzes nach zehnjährigem Bestehen. Die Evaluation ergab, dass Frauen nach wie vor weniger verdienen als Männer und ein Teil des Lohnunterschieds nicht begründbar ist und folglich auf Geschlechterdiskriminierung zurückzuführen ist. An einem zu dieser Frage organisierten Hearing im November 2007 erklärten sich die Sozialpartner bereit, im gemeinsamen Dialog auf pragmatische Art und Weise zu versuchen, den Prozess der Lohngleichheit zu beschleunigen. Ende Februar 2014 hat das Projekt geendet. 51 Unternehmen mit 230'000 Mitarbeitenden haben sich daran beteiligt. Der "Lohngleichheitsdialog" wurde während der ganzen Dauer des Projekts evaluiert.

Der Fachbereich Rechtsetzungsprojekte und -methodik (RSPM) beim Bundesamt für Justiz ist für den "Lohngleichheitsdialog" auf Seiten des Bundes verantwortlich. Gestützt auf den Evaluationsbericht über die Ergebnisse des Lohngleichheitsdialogs sowie zwei Studien zur Rechtsvergleichung wird der Bundesrat in der zweiten Jahreshälfte 2014 entscheiden, ob und, wenn ja, welche zusätzlichen staatlichen Massnahmen zur Beseitigung der Lohndiskriminierung getroffen werden sollen.

Gemäss der Lohnstrukturerhebung von 2012 betrug der Unterschied zwischen den Frauen- und den Männerlöhnen in der Privatwirtschaft 18,9% (2010: 18,4%).

Dokumentation

Berichte 2006
Kontakt / Rückfragen
Jeanne Ramseyer, Bundesamt für Justiz, T +41 58 462 83 98, Kontakt